Speedfotografie

Wenn die Kamera Geschwindigkeit aufnimmt: Was man bei der High Speed-Fotografie beachten sollte

Tipps für die High Speed-Fotografie

Jeder gute Fotograf bildet sich weiter.

Corona, nein nicht das Bier, sondern der Virus…, wenn Kundenaufträge ausbleiben, bildet man sich weiter.

Ich als Fotograf, der weiss wie man eine Kamera bedienen kann und was man mit Ihr und etwas Equipment alles anstellen kann. Ich habe mich an etwas neues gewagt, Highspeed Fotografie.

Das kann eigentlich fast jeder, Ihr benötigt nur eine Kamera, die im M Modus arbeitet, damit Ihr Blende, Verschluss Zeit, ISO und Schärfe manuell einstellen könnt. Als nächstes braucht Ihr euer Model oder zu dieser Zeit halt ein Objekt. Wasser, Glas, Früchte usw. ist meist in jedem Haushalt vorhanden.

Highspeedfotografie
Highspeedfotografie
Highspeedfotografie

Der Aufbau des Sets geht wie folgt:

Kamera auf Stativ
Objekt auf einen festen Grund stellen.
Hintergrund auswählen (hell oder dunkel)
Fernauslöser an Kamera montieren (somit keine Erschütterungen beim Auslösen)

Wenn Ihr einen guten Studioblitz habt (kurze Abbrennzeit) dann könnt Ihr diesen verwenden, alternativ gehen natürlich auch Systemblitze. Idealerweise kommt das Licht nicht von vorne.

Und von jetzt an geht es an die Arbeit. Ich empfehle Euch mit einem weissen Hintergrund zu arbeiten, diesen könnt Ihr mit 1 Blitzgerät direkt beleuchten. Der zweite Blitz kommt seitlich zum Objekt, Ihr könnt auch einen dritten Blitz verwenden oder einen Reflektor. Ich wähle den Reflektor, hier kann ich das Licht besser formen.

Welche Einstellungen muss ich in der Kamera machen? was im Blitz?
Ich könnte Euch jetzt ein paar Zahlen nennen, sie sind aber für jedes Objekt und jedes Set anders.
Wie gehe ich vor?
Ich fotografiere immer sehr gerne in dunkeln Fotostudios, hier kann ich als Fotograf bestimmen wo das Licht hinsoll. Heisst jetzt Highspeed Fotografie eine kurze Belichtungszeit?
Profikameras können mit 1/4000 oder mehr schon sehr schnell auslösen, ich entscheide mich für Variante 2, der Blitz ist für mich massgebend.

Ich stelle mein Objekt auf den Tisch und stelle das Objekt manuell scharf. Da ich M Modus arbeite und in einem dunkeln Raum, kann ich locker 3 Sek. belichten bei Blende 8. Bei diesen Einstellungen ist mein Objekt schwach erkennbar.
Jetzt geht es an die Blitze, diese stelle ich zuerst einzeln ein, zuerst Hintergrund, danach den zweiten. Aber wie? Ich drücke den Fernauslöser auf der Kamera und löse den Blitz direkt am Gerät aus. So kann ich auf der Kamera sehen wie das Licht fällt. Wenn ich beides für mich optimal eingestellt habe, erfolgt ein letztes Testbild, nur das Objekt für sich.

Was sind die logischen Folgerungen aus diesem Aufbau?

Ich habe 3 Sekunden Zeit, um mein Objekt zu fotografieren.

Beim ersten Set mit der Wasserschale löse ich den Blitz von Hand aus. Ich kann die Erdbeeren x-mal von oben in die mit Wasser gefüllte Schüssel fallen lassen. Aber mit dem Hammer und dem Weinglas?

Das geht leider nicht mehr mit einer Auslösung von Hand. Hierzu verwende ich MIOPS das Gerät löst auf Licht und Geräusche aus.

Bevor ich aber jetzt auf das Glas schlage ein paar Sicherheitshinweise!
Glas ist sehr scharf, ein Splitter im Auge oder einen grausamen Schnitt in deiner Haut gibt es zu vermeiden. Bei solchen Aufnahmen geht die Sicherheit vor! Bei mir sieht es so aus. Alles was nicht auf der Kamera sichtbar ist wird mit einer dünnen Plastikfolie abgedeckt, auch die Blitze. Ich ziehe mir eine Brille und Handschuhe an.
Ich schliesse das Gerät an den Studioblitz und schlage mit dem Hammer auf das Weinglas. Der Blitz hat ausgelöst, bin ich wirklich zufrieden? Der MIOPS reagiert auf das erste Geräusch, ich möchte aber das bereits Glas und Wein fliegt (Ja WEIN!) Ich kann im MIOPS eine Verzögerung einstellen, mit ein paar Versuchen sehe ich das bei 53ms das beste Bild entsteht.

Ihr braucht also ein wenig Geduld bis ihr Euer Bild im Kasten habt und natürlich viele Gläser und den besten Wein, denn nur dieser fliegt so richtig schön.